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Musik ist eine Kunst, wie sie vielschichtiger nicht sein könnte. Dies spiegelt sich auch in der gesellschaftlichen Rolle der Musiker wieder, die einem steten Wandel unterzogen ist.
Angefangen mit einer magisch-spirituellen Funktion, die von Priestern im alten Ägypten ausgeführt wurde, und sich letztendlich über die metaphysische Philosophie der "harmoniae mundi" bis in unsere Tage hinein auswirkt, verstärkte sich die Rolle der Repräsentation bereits im Mittelalter immer mehr, und damit verbunden eine feste Anstellung am Hofe. Musik wurde quasi zur Ware, zur Handwerkskunst; doch was heute für die Kunst ein negatives Ziel wäre, war damals hoch angesehen: Früh reihten sich Musiker und Komponisten in die Reihe der Hofbeamten ein, und gehörten zu den wenigen “Nicht-Adligen”, welche direkten Kontakt mit den Mächtigsten ihrer Zeit haben durften.
Die finanzielle Sicherheit durch eine feste Anstellung, welche schon ab dem Kindesalter erfolgen konnte, ging natürlich auf Kosten der künstlerischen Freiheit. Nicht, dass dieser Gedanke wirklich vermisst wurde; die Identifizierung mit dem eigenen Werk oder gar Urheberrechte sind “moderne” Gedanken, die vielleicht schon lange keimten, und immer wieder zu Skandalen und Zerwürfnissen zwischen Arbeitgebern und -nehmern führten, aber erst in der späten Klassik grossflächig Veränderungen bewirkten.
So wie Haydn oder Beethoven kaum an feste Anstellungen gebunden waren, und sich ihre Arbeit selbst aussuchten, so waren sie natürlich immer noch von einer Finanzierung abhängig. Der spendable Fürst wich im 19. Jahrhundert nach und nach dem Mäzen; die Komponisten mussten sich nun der Kritik des Publikums stellen. Der Musiker (noch war der Komponist nicht vom Interpreten getrennt) sollte Persönlichkeit beweisen, innovativ sein, und trotzdem die Gunst des Publikums erwerben.
Diese gewonnene Freiheit der persönlichen Entfaltung, welche wir heute noch als essenziell einstufen, wirkt sich aber als grosser Unsicherheitsfaktor auf den Lebenswandel des Musikers aus. Wie soll der moderne Musiker diesen steinigen Weg alleine meistern? Hilfe ist unerlässlich, doch existieren viele bewährte Systeme in unserer Zeit nicht mehr.
Die Stiftung siaa-foundation versucht diesen Anforderungen gerecht zu werden, und jungen Talenten, welche den Wunsch haben, Berufsmusiker zu werden, den Weg zu ebnen; es sollen Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich die Persönlichkeit des Künstlers frei entfalten und heranwachsen kann. Somit reiht sich die Stiftung in eine lange Kette von Institutionen ein, die sich der Förderung von Musikern verschrieben haben.
Mit zeitgemässen Mitteln wollen wir jungen Talenten als Stütze dienen, wenn sie "dem Weg zu den Sternen" folgen werden …
Manuel Wyss